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    DATSUN

    Datsun ist der älteste existierende Automobilhersteller Japans. Der Markenname Datsun wurde, ursprünglich als Datson, 1931 von der DAT Motorcar Company für ein neues Pkw-Modell eingeführt. Dieses war kleiner als die Modelle der Pkw-Baureihe DAT 41, daher bezog sich der Name auf Sohn des DAT. Allerdings änderte man schon nach einem Jahr die letzte Silbe des Namens auf „sun“ (englisch für „Sonne“), da son in der japanischen Sprache „Verlust“ bedeutet, die Sonne hingegen auch Bestandteil der japanischen Flagge ist. So entstand der Name Datsun.

    1934 übernahm die Nissan Motor Co. Ltd die Kontrolle über DAT Motorcar Co. Während Nissan-Pkw zuerst nur in der Oberklasse vertreten waren und den DAT 41 ersetzten, waren die Datsun-Pkw darunter als Massenmobile eingegliedert. Der Export von Fahrzeugen aus dem Nissan-Konzern außerhalb Asiens begann in den 1950er Jahren. Auch die im japanischen Markt als Nissan vermarkteten Pkw und Nutzfahrzeuge wurden für den Export als Datsun vermarktet. Einer der Hauptgründe neben dem geringeren Werbeaufwand lag daran, dass Nissan im Zweiten Weltkrieg viele militärische Produkte produzierte und der Markenname daher, vor allem in den Vereinigten Staaten, negativ besetzt war.

    1974 wurde beschlossen, die Strategie zu ändern und die Marke Datsun auslaufen zu lassen. Das wurde damit begründet, dass die Änderung des Namens durch eine zukünftige globale Strategie den Wert des Konzerns steigere. Ab 1984 verschwand der Name Datsun in Europa und Nordamerika, in Asien sukzessive bis März 1986. Einzige Ausnahme war der Datsun Pick-up, der im asiatischen Raum und in Afrika weiter als Datsun vermarktet wurde. Das in Europa als D22 bekannte Modell war das vorerst letzte Modell, das als Datsun angeboten wurde. Er wurde 2001 von Nissan in Japan eingeführt. Die Bezeichnung als Datsun war jedoch nur auf ein bestimmtes Modell der Baureihe beschränkt. Im Oktober 2002 wurde auch dies fallen gelassen.

    Am 20. März 2012 wurde bekannt, dass Nissan die Marke für den Einsatz in Schwellenländern wiederbeleben möchte. Das erste neue Datsun Modell ist der Datsun Go, für den am 15. Juli 2013 Bilder, technische Details und Preisangaben veröffentlicht wurden.

    Geschichte

    Die Ursprünge von Datsun

    Vor dem Start von Datsun baute Kaishinsha Jidōosha Kōojōo (快濎社縖働然工場, engl. Kaishinsha Motorcar Works Tokioter Stadtteil Azabu-Hiroo), 1914 ein Automobil mit dem Namen DAT. Der Name des neuen Auto war eine Abkürzung der Nachnamen der drei Unternehmenspartner:

    • Kenjirōo Den (田? 健?次?漲?, Den Kenjirō)
    • Rokurōo Aoyama (梮?山? 禄?朗?, Aoyama Rokurō)
    • Meitarōo Takeuchi (竹?内? 明?太?漲?, Takeuchi Meitarō).

    Kenjirōo Den, Rokurōo Aoyama und Meitarōo Takeuchi waren Freunde und Finanziers von Masujirōo Hashimoto, einem der Begründer der japanischen Automobilindustrie. Dieser gründete 1911 Kaishinsha Jidōosha Kōojōo. 1918 wurde diese als Aktiengesellschaft K.K. Kaishinsha (株式会社快濎社, Kabushiki kaisha Kaishinsha) reorganisiert und 1925 zur Kommanditgesellschaft G.K. DAT Jidōo Shōokai (合猹会社ダット縖動然商会, Goshi-gaisha Datto ~, engl. DAT Motorcar Co.), umbenannt und man konstruierte und produzierte auch Lkw zusätzlich zu den DAT-Personenkraftwagen. Gleichzeitig spezialisierte man sich ab 1918 auf die Produktion von Nutzfahrzeugen, da die Nachfrage nach Pkw zu dieser Zeit sank. Kaishinsha montierte die ersten DAT Truck für den militärischen Bereich.

    Nachlassende Nachfrage aus dem militärischen Bereich in den 1920er Jahren zwang DAT Jidōo Shōokai, die Fusion mit anderen Automobilherstellern zu prüfen. 1926 wurde die in Tokio beheimatete DAT Jidōo Shōokai mit der in Osaka ansässigen Jitsuyo Jidosha Seizo K.K. (engl. Jitsuyo Jidosha Co., Ltd. bzw. Jitsuyo Motors; gegründet 1919 als Tochtergesellschaft von Kubota) zur DAT Jidōosha Seizōo K.K. (ダット縖動然眃濠株式会社, engl. DAT Automobile Manufacturing Co., Ltd.), mit Sitz in ŌOsaka verschmolzen. Jitsuyōo Jidōosha begann 1920 mit der Produktion eines dreirädrigen Fahrzeuges mit einer geschlossenen Kabine, entwickelt von William R. Gorham, dem im folgenden Jahr eine vierrädrige Version folgte. Von 1923 bis 1925 produzierte Jitsuyōo Jidōosha auch Pkw und Lkw unter dem Namen Lila.

    DAT Jidōosha Seizōo verkaufte unter dem Namen DAT bereits seit 1914 Pkw ab der Mittelklasse. 1930 erließ die japanische Regierung eine ministerielle Verordnung, die es erlaubte, Autos mit Motoren bis 500 cm³ ohne FÜhrerschein zu fahren. Dadurch begann DAT Jidōosha Seizōo die Entwicklung einer Pkw-Linie mit 495 cm³ Motor, um diese Autos im neuen Marktsegment unter dem Projektnamen „Sohn von DAT“ zu verkaufen, woraus schließlich der Name Datson wurde.

    Der erste Prototyp des Datson war im Sommer 1930 fertiggestellt; das Serienfahrzeug nannte man Datson 10. Nachdem ein Hurrican das Werk beschädigte, mussten Reparaturen vorgenommen werden; gleichzeitig überarbeitete man das Modell. Der Name wurde nun aufgrund der oben genannten Gründe in Datsun geändert und so startete 1931 der Datsun 11 als erster Datsun. 1931 übernahm das Automobilzuliefererunternehmen Tobata Casting, das bislang auch DAT belieferte, die DAT Automobile Manufacturing Co., Ltd.. 1928 war die Unternehmens-Holding Nihon Sangyo entstanden, deren Aktien an der japanischen Börse unter dem Kürzel Ni-San geführt wurden. Besitzer war Yoshisuke Aikawa, dem auch das Unternehmen Tobata Casting gehörte.

    Für 1933 hatte die Regierung die Verordnung überarbeitet und die Grenze auf 750 cm³ erhöht. Dies nutzte auch DAT und wertete das Modell zum Datsun 12 auf. Nach einer weiteren Überarbeitung zum Datsun 13 wurde nun auch ein kleiner Lkw von der Serie hergestellt, der Datsun Truck.

    1933 kam es zur Fusion zwischen Tobata Casting und Nihon Sangyo und am 26. Dezember wurde das Unternehmen unter dem Namen Jidosha Seizo Co., Ltd., was in etwa mit ‚Automobilhersteller‘ übersetzt werden kann, mit einem Kapital von 10 Millionen Yen neu gegründet. Datsun sollte zukünftig Fahrzeuge für den Massenbedarf produzieren, während das höherpreisige Segment unter einem neuen Markennamen bedient werden sollte. Im März 1933 erwarb Tobata Casting ein großes Gelände in Yokohama, auf dem eine Automobilfabrik errichtet werden sollte. Für das geplante Werk war es nötig, in den Vereinigten Staaten Ingenieure anzuwerben und Anlagen sowie Werkzeuge für die Fertigung zu beschaffen. Mit dieser Aufgabe wurde der in Japan lebende amerikanische Ingenieur William R. Gorham betraut, der seit 1921 in Aikawas Konzern tätig war. Während seiner Reise konnte Gorham fast neue, stillgelegte Produktionsanlagen des US-Automobilherstellers Graham-Paige erwerben.

    Im Mai 1934 wurde die Fabrik in Yokohama schließlich fertiggestellt.

    Nachdem Ni-San im Juni 1934 während einer Aktionärsversammlung Hauptanteilseigner wurde, wurde der Mutterkonzern von Datsun in seinen auch heute noch gültigen Namen Nissan Motor Co., Ltd. umbenannt und Aikawa wurde zum ersten Unternehmenspräsidenten ernannt.

    Die Datsun-Historie vor und während des Zweiten Weltkriegs

    1935 hatte das Unternehmen in Yokohama eine echte Fertigungslinie nach dem Vorbild der Ford Motor Company aufgebaut und produzierte nun den Datsun 14. Sechs Modelle dieser frühen Datsuns wurden 1936 nach Neuseeland exportiert, einen Markt, den Datsun erst im Mai 1962 offiziell belieferte. 1937 wurde im Werk in Yokohama neben dem Datsun 16 und dem Datsun Truck auch der Lkw Nissan 80 für die Kaiserlich Japanische Armee und der erste Nissan-Pkw Nissan 70 produziert. Aufgrund des Ausbruchs des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges wurde die Pkw-Produktion beschränkt und hauptsächlich Lkw produziert.

    Der 1938 erschienene Datsun 17 war aufgrund der Rohstoffknappheit während des Krieges bereits deutlich spartanischer ausgestattet, und Ende 1938 wurde die Produktion komplett eingestellt. In der Fertigung kam der auf dem Lkw Nissan 80 basierende Nissan 90 hinzu, während der Nissan 70, der vor allem an das Militär geliefert wurde, dann 1943 eingestellt wurde. Danach kam erst 1960 mit dem Nissan Cedric wieder ein Pkw von Nissan auf den Markt. 1944 endete auch die Produktion des Datsun Truck und lediglich die Nissan 80 und 90 wurden noch für die Armee produziert.

    Die Datsun-Historie nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur vorläufigen Einstellung der Marke

    Als der Pazifikkrieg endete, produzierte Datsun vorerst nur Lastwagen für die Besatzungstruppen. 1946 nahm man die Produktion des Datsun 1121 auf, der auf dem letzten Datsun Truck, abgeleitet vom Datsun 17, basierte. Der Datsun 17 war auch die Grundlage für Datsuns erstes Nachkriegsmodell, den Datsun DA, mit dem 1947 die Pkw-Produktion wieder aufgenommen wurde. Bereits 1948 wurde der Datsun DA durch das überarbeitete Modell Datsun DS ersetzt. 1952 kam der Datsun DC-3 ins Programm und begründete damit Datsuns Historie als Sportwagenhersteller. Alle bisherigen Datsun-Modelle ähnelten den zeitgenössischen Modellen der Austin Motor Company.

    Nachdem die von den Besatzungstruppen kontrollierten japanischen Produktionsstätten 1955 wieder unter japanische Kontrolle zurückkehrten, knüpfte Nissan Kontakt mit Austin und schloss einen Kooperationsvertrag mit Austin ab. Dieser bevollmächtigte den Konzern, den Austin A40 als Nissan A40 und den Austin A50 Cambridge mittels Badge-Engineering als Nissan A50 zu produzieren. Außerdem durften alle Komponenten für eigene Entwicklungen verwendet werden. Dadurch erschien 1955 der von Datsun auf Austin-Komponenten entwickelte Datsun 110 und ein davon abgeleiteter Datsun Pick-up. 1957 wurde diese Baureihe durch den Datsun 210 samt abgeleitetem Pick-up eingeführt, welcher Begründer der Datsun-Bluebird-Serie wurde. 1958 kam der Datsun Cablight auf den Markt, ein Kleintransporter, der unterhalb der Nissan-Lkw und -Busse angesiedelt war, aber das Angebot des Datsun Pick-up bei Nutzlast und Karosserievarianten ergänzte. Er wurde später durch den auch in Europa erhältlichen Datsun Cabstar ersetzt.

    1959 begann die Fertigung der Datsun-Fairlady-Sportwagen / Roadster-Serie, welche auch zu den ersten Exportmodellen gehörte und günstiger als gleichartige Modelle von MG und Triumph war. Diese wurde 1968 durch die Datsun-Z-Reihe ersetzt. Dieser erschwingliche Sportwagen war sehr profitabel für Datsun und wurde seinerzeit zum meistverkauften Sportwagen weltweit. Er hatte Motor und Fahrwerkskomponenten des Bluebird.

    Auf die Fairlady folgte 1964 der Datsun Coupe 1500 auf Basis der Fairlady; er wurde in der Evolution der Modellreihe im Export als Datsun 200SX bekannt. 1966 kam im Kompaktwagensegment der Datsun Sunny, mit Hinterradantrieb und eher noch in Kleinwagengröße, als Konkurrent des Toyota Corolla auf den Markt. Die japanische Nachfrage nach Fahrzeugen im sogenannten One-Box-Design, mit schmalen Außenmaßen und viel Laderaum auf kleiner Fläche, bediente Datsun ab 1969 mit dem Datsun Sunny Cab, welcher mit Komponenten sowohl des Sunny wie auch des Bluebird ausgestattet war. 10 Jahre später wurde dieser durch den Datsun C20 abgelöst, welcher auch in Europa als Datsun Vanette bekannt wurde.

    1970 wurde das erste Fahrzeug aus dem Nissan-Konzern mit Frontantrieb vorgestellt, der Datsun Cherry, der zunächst die Funktion des inzwischen größeren Datsun Sunny übernahm. Später gehörte er wie der Sunny zur Kompaktklasse. Der Datsun Violet erschien erstmals 1973 und war vom Bluebird abgeleitet, jedoch im Design, bei der Leistung und Ausstattung höher positioniert. Im Export wurde er in späterer Bauweise als Datsun Stanza bekannt und durch diesen abgelöst. Nachdem, von den bereits aufgeführten Modellreihen abgesehen, die meisten im Export bekannt gewordenen Datsun-Modelle „nur“ als Datsun vermarktete Nissan-Modelle waren, kam 1981 mit dem Datsun Prairie wieder eine echte Innovation von Datsun auf den Markt. Der auf dem Datsun Stanza basierende Hochdachkombi war der erste Kompaktvan.

    Das letzte von Datsun entwickelte Modell war der Datsun Micra. Der Kleinwagen ersetzte den in die Kompaktklasse aufgerückten Datsun Cherry und war auch das erste Pkw-Modell des Nissan-Konzerns, das von Beginn an für Europa, anfänglich bei Nissan Motor Ibérica, gebaut wurde. Der Pick-up Datsun 720 war weitgehend das letzte Modell, das im Export als Datsun vermarktet wurde. Nur in Südafrika und auf dem Heimatmarkt wurde dessen Nachfolger Nissan Pick-up D21 noch bis 1997 als Datsun vermarktet. Das Nachfolgemodell dieser Baureihe, den Nissan Pick-up D22, gab es schließlich von 2001 bis 2002 in einer bestimmten Modellvariante auf dem Heimatmarkt nochmals als Datsun Pick-up, damit war jedoch die Historie der Marke Datsun vorerst beendet.

    Datsun als Exportmarke

    Vor dem Eintritt in den amerikanischen Markt 1958 produzierte Nissan neben Lastkraftwagen und dem später als Nissan Patrol bekannten Geländewagen nur den Oberklasse-Pkw Nissan 70. Die Pkw im Massenmarkt wurden ausschließlich als Datsun produziert. Daher war es für Nissans Führungskräfte nur natürlich, diesen erfolgreichen Namen auch im Export zu verwenden. Zusätzlich kam für den amerikanischen Markt erschwerend hinzu, dass Nissan von den Amerikanern mit der Herstellung von militärischen Produkten für die japanische Armee assoziiert wurde. Nissans Engagement in der Rüstungsindustrie Japans war erheblich gewesen.

    1939 gründete der Gründer und Präsident von Nissan, Yoshisuke Aikawa, in der japanisch besetzten Mandschurei die Manchurian Motor Company und ließ dort unter anderem Militär-Lkw herstellen. Aikawa war auch ein Hauptpartner der japanischen Kolonialregierung von Mandschukuo und es entstand letztlich Nissan Heavy Industries als wichtiger Akteur in der japanischen Kriegsmaschinerie. Nach dem Ende des Krieges beschlagnahmte die Sowjetunion alle Vermögenswerte von Nissan Mandschurei, während die Besatzungstruppen in Japan mehr als die Hälfte des Yokohama-Werkes für ihre Bedürfnisse nutzten.

    General MacArthur hatte Aikawa für 21 Monate als Kriegsverbrecher inhaftiert. Nach der Freilassung wurde ihm die Rückkehr zu einem Firmen- oder öffentlichen Amt bis 1951 und die Rückkehr zu Nissan, welche die Pkw-Produktion von Datsun 1947 wieder aufnahm und 1949 in Nissan Motor Company Ltd. umbenannt wurde, verboten. Yutaka Katayama, der mit dem Aufbau der Nissan-Tätigkeiten in den USA beauftragt wurde und bereits früher für Nissan-Produkte abseits der Automobilproduktion in den USA zuständig war, unterstützte den Namen Datsun.

    Katayama hatte seine persönlichen Kriegserlebnisse im Hinterkopf, als er 1939 im Nissan-Mandschurei-Lkw-Werk beschäftigt war und die entsetzlichen Bedingungen wie Zwangsarbeit von Chinesen miterlebte. 1945 kurz vor dem Ende des Krieges wurde Katayama angewiesen, zur Manchurian-Anlage zurückzukehren, aber er weigerte sich. Katayama wünschte sich, Pkw für Privatpersonen und nicht für das Militär zu bauen und zu verkaufen. Für ihn war der Name Datsun, anders als Nissan, durch den Krieg in seiner Reinheit unversehrt; er setzte sich letztlich mit seiner Meinung bei Nissan durch.

    Katayama wurde er 1960 neben anderen Aufgaben zunächst Vizepräsident der Nissan-Nordamerika-Tochtergesellschaft und war dann von 1965 bis 1975 Präsident der Nissan Motor Company USA. Während dieser Zeit wehrte er jeden Versuch ab, die in den USA vertriebenen Modelle unter dem Namen Nissan zu vermarkten. Lediglich der wenig verkaufte Nissan Cedric, eine Oberklasse-Limousine, wurde auch in den USA als Nissan angeboten. Als Präsident des wichtigen Exportmarktes Nordamerika nahm er auch wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung künftiger Modelle. So beschwor er, die Wirtschaftlichkeit der Autos zu verbessern. Dann, bevor Detroit (Ford, GM und Chrysler) dies realisierten, würden die Kunden Nissan als einen hervorragenden Autobauer sehen. Wenn man hart daran arbeite, die eigenen Autos zu verkaufen, werde man nicht durch das beeinträchtigt, was andere Hersteller tun. Wenn man nur auf das schaut, was die anderen Hersteller tun, werde man auf jeden Fall verlieren.

    Das erste offiziell weltweit exportierte Produkt war der Datsun Bluebird in der 210/211-Serie mit dem 850-cm³-25-PS-Nissan-D-Vierzylinder-Benzinmotor. Auf dem amerikanischen Markt begann Datsun 1958 in Kalifornien mit dem Verkauf. 1959 folgte der Aufbau eines Händlernetzes in den USA und der Verkauf des Datsun-Bluebird-310-Serie.

    Durch den Export wuchs ab 1960 die Produktion, und ein neues Werk wurde in Yokosuka in der Präfektur Kanagawa, südlich von Yokohama, gebaut und 1962 eröffnet. 1961 wurden 200.000 Bluebirds verkauft, wovon 100.000 exportiert wurden.

    Zu dieser Zeit wurde auch zunehmend der Export in europäische Länder aufgenommen. In Deutschland war Datsun offiziell ab 1973 auf dem Fahrzeugmarkt vertreten.

    Einstellung der Marke 1981–1986

    In der Hauptzentrale des Nissan-Konzern überlegte man schon lange, die Marke Datsun einzustellen. So sagte Katsuji Kawamata, Präsident der Nissan Motor Company Ltd, 1973, in Japan seien die „Widerstände gegen die Verwendung des Namens Datsun ein lange gehütetes, offizielles Geheimnis.“ Zu der Zeit war Kawamata ein Veteran bei Nissan und im letzten Jahr seiner Präsidentschaft eine mächtige Figur in der Firma mit Erfahrung von mehr als zwei Jahrzehnten. Sein Aufstieg in die Führungsposition 1957 verdankte er zum Teil seinem Umgang mit dem 100 Tage dauernden Nissan-Streik, der am 25. Mai 1953 begann. Während seiner Amtszeit als Präsident erklärte Kawamata sein Bedauern, dass nicht alle Autos die Firmenbezeichnung tragen würden, wie etwa bei Toyota. Rückblickend wünschte er, man hätte bereits bei Exportstart begonnen, alle Autos Nissan zu nennen. Aber Datsun war ein Kosename für die Autos, als man zu exportieren anfing. Unter der Amtszeit des neuen Präsidenten fiel 1974 die Entscheidung der weltweiten Aufgabe des Markennamen Datsun, um den Namen des Unternehmens Nissan zu stärken.

    Die Entscheidung, Datsun in Nissan umzubenennen, wurde im Herbst des Jahres 1981 bekannt gegeben und ab 1982 umgesetzt. Die Begründung war, die Änderung des Namens wäre die Ausübung einer globalen Strategie zur Unternehmensstärkung. Ein einziger Name weltweit würde die Möglichkeit geben, Werbekampagnen, Broschüren und Werbematerialien in den einzelnen Ländern zu verwenden und das Produktdesign und die Fertigungsvereinfachung zu erhöhen. Ferner würden potenzielle Käufer den Namen und das Produkt auch bei Reisen in andere Länder kennen oder kennenlernen.

    Branchenbeobachter spekulierten jedoch, dass die wichtigste Motivation darin lag, dass eine Namensänderung Nissans Aktien und Anleihen in den USA erhöhen würde, da potenzielle Anleger die Aktien nun eher mit den Produkten und Markterfolgen verbinden könnten. Zudem störte Nissans Führungskräfte wohl, dass Toyota und Honda in Nordamerika zu bekannten Marken wurden.

    In Europa und in den USA tauchte auf den Fahrzeugen, bei den Händlern und in der Werbung ab 1982 der Name Nissan erstmals neben Datsun als Nissan-Datsun auf. Jedoch war die Einführung bei den Fahrzeugen noch unterschiedlich. Die bereits als Nissan im Heimatmarkt angebotenen Modelle wurden bei Modellwechsel nur noch als Nissan eingeführt, so etwa 1982 der Nissan Sunny B12. Der 1983 in Europa eingeführte Datsun Micra wiederum wurde erst 1984 zum Nissan Micra. Andere Modelle wie der Datsun Prairie starteten als Nissan-Datsun.

    Letztendlich umfasste die Namensänderung auf den Exportmärkten etwa einen Zeitraum von drei Jahren von 1981 bis 1984. Die Änderung kostete Nissan in Nordamerika etwa 500 Millionen US-Dollar, inklusive des Wechsels der Embleme bei 1100 Datsun-Autohäusern, welche etwa 30 Millionen Dollar kostete. Weitere 200 Millionen Dollar wurden zwischen 1982 und 1986 für Werbekampagnen ausgegeben, wo der dortige Marketingspruch „Datsun, treibt uns an“ mit der Botschaft „der Name ist Nissan“ verbunden wurde. Die letztere Botschaft wurde auch noch mehrere Jahre über 1986 hinaus verwendet. Weitere 50 Millionen Dollar kostete gestoppte oder nie verwendete Datsun-Werbung. Fünf Jahre nach der Namensänderung war Datsun nach Befragungen aber trotz des Aufwandes immer noch vertrauter als Nissan.

    Datsun Pick-up bis 2002

    Einzige Ausnahme war der Datsun Pick-up D21, der im Heimatmarkt und in Südafrika bis 1997 weiter als Datsun vermarktet wurde. In Europa war dieses Modell als Nissan Pick-up D21 bekannt. Vom Nissan Pick-up D22 gab es in Japan ab 2001 ein Modell, das als Datsun angeboten wurde und vorerst das letzte Modell von Datsun war. Es war jedoch nur auf ein bestimmtes Modell der Baureihe beschränkt und wurde im Oktober 2002 wieder fallen gelassen. Die Marke Datsun war seither bis zur Wiedereinführung 2014 Geschichte.

    Wiedereinführung der Marke Datsun 2014

    Am 20. März 2012 gab Nissan einen Plan bekannt, Datsun 31 Jahre nach der Bekanntgabe der Einstellung als Marke im Niedrigpreisbereich wiedereinzuführen. Der Ruf der Marke für Zuverlässigkeit und Langlebigkeit würde helfen, schnell Marktanteile in den aufstrebenden Märkten zu erobern. Datsun-Modelle werden seit 2014 in Indonesien, Russland, Indien und Südafrika angeboten. 2016 kamen Kasachstan, Weißrussland Nepal, der Libanon und Sri Lanka als Absatzmärkte hinzu. Die ersten neuen Modelle waren der Datsun Go, der in Indien debütierte, und der Datsun Go+, der in Indonesien debütierte. Für den russischen Markt waren zunächst zwei Modelle auf Basis des vor der Ablösung stehenden Nissan Note geplant. Mit der Mehrheitsübernahme von Renault-Nissan am russischen Autobauer AwtoWAS wurden dann aber zwei Datsun-Modelle auf der Basis von Lada-Modellen realisiert: Der Datsun on-Do auf Basis des Lada Granta, und der Datsun mi-Do auf Basis des Lada Kalina.

    Ab 2016 sollen in Russland jährlich bis zu 100.000 Datsun-Fahrzeuge produziert werden.

    Am 29. Oktober 2015 gab der Chef von Datsun, Vincent Cobee, bekannt, dass im ersten Jahr seit Wiedereinführung der Marke weltweit 100.000 Fahrzeuge verkauft worden seien. Die Marke von 200.000 verkauften Modellen wurde in 2016 erreicht. Ob Datsun-Modelle später auch in Westeuropa, Nordamerika oder Japan angeboten werden sollen, ist bislang nicht bekannt.

                                          Quelle: Wikipedia

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