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    TOYOTA

    Die Toyota Motor Corporation (jap. ト?ヨ?タ?縖?動?然?株?式?会?社?, Toyota Jidōosha Kabushiki-gaisha) ist ein multinationales Unternehmen und war im Jahr 2015 der größte Automobilhersteller der Welt.[4] Während Toyota 2013 noch mit einem Rekordwert von 9,98 Millionen verkauften Fahrzeugen größter Autobauer der Welt war (gefolgt von der Volkswagen AG mit 9,73 und GM mit 9,71 Millionen), wurden 2016 nur 8,96 Mio PKW verkauft.[5][6][7]

    Toyota hat seinen Unternehmenssitz in Toyota (Japan) und ist laut der Forbes-Global-2000-Liste das elftgrößte börsennotierte Unternehmen der Welt (2015). Der Toyota-Konzern mit seinen 522 Tochterunternehmen hat insgesamt 338.875 Mitarbeiter (Stand: 2014) und produziert außer in den 12 japanischen Werken an 51 Standorten in 26 Ländern.

    Das 1937 von ōToyoda Kiichiro und Toyoda Eiji gegründete Unternehmen übernahm mit einem Absatz von 8,972 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2008[8] den Status des weltgrößten Automobilherstellers vor General Motors, verlor diesen jedoch im Jahr 2011 aufgrund mehrerer Rückrufaktionen und dadurch etwas gesunkener Absatzzahlen wieder an GM. Nach der äErdbebenkatastrophe vom Mrz 2011 konnte sich Toyota schnell erholen und war im ersten Halbjahr 2012 mit 4,97 Millionen verkauften Fahrzeugen erneut weltweit Nummer eins.[9] Toyota gilt als „wertvollste Automobilmarke“ der Welt (Stand: 2015).[10]

    Unternehmensdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     

    Toyota Vorsitzender Akio Toyoda bei der Bilanzpressekonferenz am 11. Mai 2011 in Tokyo

    Toyota wird im Nikkei 225 gelistet und hatte Ende 2007 den höchsten öBrsenwert aller Automobilhersteller.[11] Die Fortune-Global-500-Liste von 2008 listet Toyota als das fünftgrößte Unternehmen der Welt entsprechend seinem Jahresumsatz von 239,4 Milliarden US-Dollar. In der Fortune Global 500 Liste von 2009[12] ist Toyota zwar nicht gelistet, weil der Jahresbericht nach der Liste erschien; mit einem Umsatz von 203,3 Milliarden US-Dollar liegt Toyota weiterhin auf Platz 5 weltweit. Toyota ist mittlerweile die wertvollste Automarke der Welt geworden und liegt mit einem Markenwert von 58 Milliarden US-Dollar weltweit auf Platz 12.[13] 2006 erzielte Toyota über 14 Milliarden US-Dollar Gewinn (siehe auch Automobilindustrie).

    Nach finanziellen Rückschlägen wurde im Juli 2009 Akio Toyoda zum Vorsitzenden ernannt.

    Die Toyota Motor Corporation hat ihren Hauptsitz in der japanischen Stadt Toyota (bis 1959: Koromo), sowie einen Nebensitz im benachbarten Nagoya und ōBunkyo (Tokio)[14] und wurde 1937 zu einer eigenständigen Firma. Die Mutterfirma Toyota produziert des Weiteren noch viele andere Güter wie beispielsweise Naturschutzanlagen, äFertighuser, Boote, elektronische Geräte und Banknetzwerke. Seit 2005 ist Toyota Inhaber des zweitgrößten Mobilfunknetzes in Japan.

    Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     

    Toyota Modell AA, das erste Toyota-Automodell, 1936

    Die Geschichte Toyotas begann 1867 in einer abgelegenen ländlichen Gegend außerhalb von Nagoya (Japan). Hier wurde in jenem Jahr Sakichi Toyoda als Sohn des armen Zimmermanns Ikichi Toyoda geboren. Von seinem Vater erlernte er das Handwerk des Zimmermanns und nutzte dieses Wissen schließlich, um hölzerne Spinnmaschinen zu entwerfen und zu bauen. 1894 begann er, manuelle üWebsthle zu bauen, die billiger waren und besser funktionierten als bisherige Webstühle. Unter dem Eindruck der schweren Bedingungen, unter denen seine Mutter, seine Großmutter und ihre Freunde in den Spinnereien und Webereien arbeiten mussten, begann er, kraftmaschinengetriebene hölzerne Webmaschinen zu entwickeln. Dazu kaufte er sich eine gebrauchte Dampfmaschine, um damit Experimente durchzuführen.

    Inzwischen hatte Sakichis Sohn ōKiichiro Toyoda ein Maschinenbaustudium an der Tokioter Universität abgeschlossen. Zusammen mit Kiichirōo vollendete Sakichi 1924 seine „automatisierte Webmaschine“ (Toyoda Automatic Loom), in der zum ersten Mal ein Prinzip des späteren Toyota-Produktionssystems zum Einsatz kam: ōJidoka, auch autonome Automation genannt. Diese Webmaschine enthielt einen Mechanismus, der die Maschine automatisch stoppte, falls ein Faden riss. Somit konnten wenige Personen eine große Anzahl Webmaschinen bedienen, und nicht für jede Webmaschine musste ein Arbeiter abgestellt werden, der nur darauf achtet, ob ein Faden reißt. Für Produktion und Vermarktung gründete er Toyoda Automatic Loom Inc.

     

    Mit dieser Bronzestatue wird Kiichirōo Toyoda geehrt

    Als Sakichi Toyoda bemerkte, dass Automobile immer größere Bedeutung gewannen, schickte er seinen Sohn Kiichirōo Toyoda 1929 nach Großbritannien, um die Patentrechte an seiner automatisierten Webmaschine der britischen Firma Platt Brothers zu verkaufen und mit dem Erlös eine Automobilproduktion aufzubauen. Kiichirōo Toyoda handelte 100.000 britische Pfund aus und nutzte dieses Kapital, um mit dem Aufbau einer Automobilsparte zu beginnen. 1934 wurde die erste Maschine produziert, die ab 1935 zur Produktion des ersten Automodells Toyota A1 und des GG Trucks diente. Produktionsstart für das Automodell AA war 1936. Am 28. August 1937 gründete Kiichirōo Toyoda zusammen mit seinem Cousin Toyoda Eiji die Toyota Motor Corporation wo die Automobilsparte eingegliedert wurde. Anstelle des Familiennamens Toyoda wurde Toyota gewählt, um den Gründern die Trennung von Arbeitsleben und Privatleben zu ermöglichen, und die Aussprache zu vereinfachen. Durch die Verwendung von Katakana wird der Name nun mit acht Strichen geschrieben. Dass die Zahl 8 in Japan als Glückszahl gilt, war ein weiterer wichtiger Grund für die Umbenennung. Es gibt widersprüchliche Theorien zur Umbenennung.[15]

     

    Toyota-Geländewagen der Rally-Dakar, 1992 in Paris

     

    Toyoda (japanisch)

     

    Toyota (japanisch)

     

    Schreibung von „Toyota“ mit acht Strichen

    Während des Pazifikkrieges (1937–1945) diente die Lkw-Produktion dem japanischen äMilitr. Bevor die geplante Bombardierung der Toyota-Werke stattfinden konnte, endete der Krieg. Die kommerzielle Produktion begann erneut 1947 mit dem Modell SA.

    Toyotas Erfolg auf dem Automarkt wird mehreren Prinzipien zugeschrieben, vor allem der ständigen Verbesserung der organisatorischen Abläufe unter Mitwirkung der Belegschaft, die zusammen als Toyota-Produktionssystem bezeichnet werden, welches von ŌTaiichi Ono entwickelt wurde. Von 1967 bis 1982 war Eiji Toyoda Präsident des Konzerns. Eiji Toyodas zahlreiche Innovationen gelten als Schlüssel für Toyotas internationalen Erfolg.

    Die amerikanische Automobilindustrie unterschätzte die asiatische Konkurrenz bis in die 1960er Jahre - schließlich befasste man sich in Japan offenbar noch Ende der 1950er Jahre mit der Entwicklung dreirädriger, nicht-vollwertiger Kleinwagen mit Zweitaktmotor. Die Fahrzeugindustrie galt als allgemein schwach entwickelt.[16] Doch Japan holte schnell auf. Die Lage auf dem Weltmarkt änderte sich entsprechend nach der ersten Ölkrise (1973/74), als weltweit die Nachfrage nach kleineren, kraftstoffsparenden Autos zunahm und die japanischen Autofirmen diesen Bedarf deckten. Auch hatten die japanischen Firmen inzwischen höhere Qualitätsstandards und Produktivitätsraten als die westliche Konkurrenz und konnten so ihre Automobile weiterhin preiswert anbieten. Auch die Serienausstattung war oft umfangreicher als die von Autos aus anderen Ländern.

    In den 1980er Jahren begannen dann europäische und amerikanische Firmen, Methoden von Toyota und anderen japanischen Automobilfirmen zu kopieren, wodurch sich der japanische Preisvorsprung tendenziell verringerte. Der Wettbewerb verlagerte sich auf Qualität, Zuverlässigkeit, Markenimage, Werterhalt und Kundenzufriedenheit. In all diesen Punkten war Toyota vor allem auf dem US-Markt erfolgreich.

    Der Vertrieb von Toyota-Automobilen in Deutschland begann 1970, in der Schweiz bereits 1967. Im Jahr 2004 betrug der Marktanteil in Deutschland 3,9 %, in Europa 5,0 %, in Japan 44 % und weltweit über 12 %.

    Im Jahr 1989 führte Toyota für den amerikanischen und europäischen Markt die Edelmarke Lexus ein, die sich zur meistverkauften Luxusautomarke Amerikas entwickelte. Mittlerweile werden diese Fahrzeuge auch in Japan selbst angeboten.

    Auf dem US-Markt verdrängte Toyota im Jahr 2007 mit 2,62 Millionen verkauften Fahrzeugen die Marke Ford von ihrem bisherigen zweiten Platz hinter General Motors.[17]

    Am 26. September 2013 verstarb der letzte lebende Mitbegründer und langjährige Präsident (1967–1982) Eiji Toyoda mit 100 Jahren an Herzversagen.[18]

    Logo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     

    Das Toyota-Logo an der Vorderseite eines Toyota Corolla (US-Modell)

     

    Älteres Toyota-Logo an der Radkappe eines Carina A12 Deluxe

     

    Toyota-Logo als Kühlerfigur in Abu Dhabi

    Das Logo der Marke Toyota besteht aus drei miteinander verbundenen Ellipsen. Es wurde 1989 erstmals vorgestellt, um den globalen Markenauftritt zu vereinheitlichen und um die Marke Toyota deutlicher von der im selben Jahr vorgestellten Premiummarke Lexus zu differenzieren. Die zwei kleinen Ellipsen stellen den Anfangsbuchstaben „T“ dar und sollen das Herz des Autos und das Herz des Kunden symbolisieren. Alle drei Ellipsen zusammen symbolisieren die Firmenphilosophie Toyotas: das Streben nach Kundenzufriedenheit, das Streben nach Innovation sowie die Verbindung von Kreativität und Qualität.

    Die Marke gehört zu den wertvollsten der Welt.

    Qualität und Kundenzufriedenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Toyota schnitt – wie die meisten japanischen Autohersteller – bei Pannenstatistiken in den letzten Jahren regelmäßig sehr gut ab, z. B. sind sie bei der ADAC Pannenstatistik und Kundenzufriedenheitsumfrage[19] regelmäßig auf den vorderen Plätzen. Bei einer Kundenzufriedenheitsstudie des amerikanischen Marktforschungsunternehmens J. D. Power and Associates in den Jahren 2002, 2004 und 2005 schnitt Toyota sehr gut ab und dominierte das Feld.

    Toyota verwendet das selbst entwickelte Toyota-Produktionssystem, das vor allem aus den Teilen TQM (Total-Quality-Management), Kanban, Kaizen, TPM (Total Productive Maintenance) und Poka Yoke besteht. Dieses neuartige Produktionskonzept wurde von Toyota unter der Federführung von Taiichi ŌOno ab 1950 entwickelt und wurde später von sämtlichen größeren Autoherstellern übernommen beziehungsweise kopiert. Es bildet heute eine wichtige Grundlage wissenschaftlicher Arbeit, Forschung und Lehre im Rahmen der Betriebswirtschaftslehre. Im Produktentstehungsprozess nutzt Toyota die Methode Design Review Based on Failure Mode (DRBFM). Die Methode DRBFM ist eine entwicklungsbegleitende Kreativitätsmethode und zugleich auch eine Philosophie zur diskursorientierten Designfindung und -evaluierung.

    Laut einer Umfrage des Nürnberger Marktforschungsinstituts Puls im Auftrag der „Süddeutschen Zeitung“ hielten 2007 die Deutschen Toyota für den umweltfreundlichsten Autohersteller.[20] Dazu hat wohl der Erfolg des ersten in Serie gebauten Hybridfahrzeugs Prius beigetragen.

    Aufgrund der negativen Schlagzeilen infolge fehlerhafter Gas- und Bremspedale (siehe Pannenserie und Imageschaden 20092010) sind die Absatzzahlen in Deutschland eingebrochen.[21]

    Platz in der weltweiten Rangreihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     

    In der neuen Toyota-Fabrik in Ohira, Nähe Sendai, äPrfektur Miyagi (2011). Einen Monat nach der Einweihung wurde die Gegend vom ōTohoku-Erdbeben 2011 getroffen. Das Werk blieb lange geschlossen, obwohl es nur leicht beschädigt wurde.

    Gemäß der gültigen OICA-Rangreihe wurde Toyota 2009 offiziell als größter Autohersteller der Welt anerkannt.[22] Laut OICA führte die Toyota Gruppe im Jahr 2009 mit 7,23 Millionen Einheiten. General Motors hatte Platz 2 mit 6,46 Millionen Einheiten, Volkswagen mit 6,06 Millionen Einheiten den dritten Platz. Offizielle OICA-Rangreihen für das vergangene Jahr werden im Sommer des Folgejahres veröffentlicht. 2010 setzte sich nach Angaben der drei Hersteller der Trend fort. Volkswagen bleibt auf Platz 3 mit 7,1 Millionen ausgelieferten Einheiten. Die GM-Gruppe ist weiterhin auf Platz 2 mit 8,38 Millionen Einheiten. Die Toyota-Gruppe führt auf Platz eins mit 8,55 Millionen produzierten Einheiten.[23] Hyundai-Kia rückte auf Platz vier.

    Im ersten Quartal 2011 wurden Verschiebungen deutlich. Nach Herstellerangaben lag im ersten Quartal GM mit 2,085 Mio auf Platz 1,[24] Volkswagen lag mit 1,99 Millionen Einheiten auf Platz 2.[25] Toyota rückte mit 1,72 Millionen Einheiten auf Platz 3.[26]

    Verursacht durch die Nachwirkungen des Erdbebens und Tsunamis in Japan hatte Toyota mit weiteren Produktionsrückgängen zu kämpfen. Im Monat nach der Katastrophe ging im April 2011 die weltweite Produktion von Toyota um 48,1 % zurück, während der Produktionsrückgang in Japan selbst mit 74,5 %[27][28] beziffert wird. Die Wirtschaftswoche spekuliert: „Womöglich fällt das einstige Branchenvorbild sogar hinter Volkswagen und Hyundai/Kia auf Platz vier zurück“.[29]

    Pannenserie und Imageschaden 2009–2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Klemmendes Gaspedal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Januar 2010 begann Toyota eine üRckrufaktion von 2,3 Millionen Autos in den USA und 1,8 Millionen in Europa, Grund dafür waren einige angeblich klemmende Gaspedale, die während der Fahrt nicht mehr in ihre Ausgangsposition zurückkehrten. Dies betraf die Modelle Auris, Avensis, Aygo, Corolla, iQ, RAV4, Verso und Yaris aus verschiedenen Baujahren. In den Vereinigten Staaten wurde die Produktion und der Verkauf dieser Modelle vorübergehend gestoppt.

    Anfang Februar 2010 gab die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (National Highway Traffic Safety Administration) an, auf US-amerikanischen Straßen seien unbeabsichtigt beschleunigende Wagen an mehr als 200 Unfällen mit 34 Toten beteiligt gewesen.[30]

    Schätzungen zufolge könnten dem Konzern allein für die Ersatzteile Ausgaben in Höhe von 150 Millionen Euro bevorstehen, in Bezug auf die erwartete Klagewelle der Angehörigen der Opfer sowie verunsicherter Kunden prognostizierten Experten mehrere Milliarden US-Dollar.[21][30]

    Ab dem 24. Februar 2010 muss sich Toyota vor Angehörigen von Unfallopfern in Washington verantworten, insbesondere hinsichtlich der Frage, seit wann Toyota von den Pannen wusste. So traten klemmende Gaspedale schon 2008 in Europa auf, woraufhin 2009 die Produktion geändert wurde. Zu Unfällen, die auf dieses Phänomen zurückzuführen sind, kam es nach Konzernangaben in Europa nicht.[30][31][32]

    Grund für das vermehrte Auftreten schwerer Unfälle bei klemmenden Gaspedalen in den USA sei nach Vermutung von Toyota-Ingenieuren die schlechte Fahrausbildung in den USA, so würden die betroffenen Fahrer in der Aufregung den Automatikwahlhebel nicht auf Neutral (N) stellen (was den Motor aufheulen ließe), sondern weiter in der Drive-Stufe (D) fahren. Ein Bremsen führe in der D-Stufe dann zum Stillstand, wenn es sofort und nicht „halbherzig“ geschehe. In der N-Stellung würde das Fahrzeug nicht weiter angetrieben und dadurch langsamer. Eine Überbeanspruchung der Bremsen würde so auch vermieden.[33]

    Bremsprobleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Im Februar 2010 sah sich Toyota erneut zu einer Rückrufaktion veranlasst. Wegen Problemen mit den Bremsen rief der Konzern weltweit 437.000 Fahrzeuge des Hybrid-Modells Prius zurück.[30][34]

    Laut Toyota besteht das Problem darin, dass auf rutschiger Fahrbahn bei einer Geschwindigkeit von 3–5 km/h und nur leichter Bremsung die Bremse um 1/10 bis 2/10 Sekunden verzögert reagiert und hierdurch ein merkwürdiges Gefühl ausgelöst wird. Bei einer Vollbremsung steht jedoch der gesamte Bremsdruck zur Verfügung. Ein Update des ABS-Steuergerätes behebt das Problem.[35]

    Untersuchungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Ein Versuch der Bild am Sonntag am 14. Februar 2010 ergab bei zwei getesteten Fahrzeugen, dass sich diese trotz voll durchgetretenen Gaspedals ohne mechanische Schwierigkeiten zum Stehen bringen ließen.[36] Auch Besitzer der Prius-Modelle sprechen von „einem merkwürdigen Bremsgefühl“ und nicht vom vollständigen Versagen der Bremsanlage; dies deckt sich mit den Aussagen von Toyota.[37]

    Eine Auswertung der elektronischen Unfall-Fahrtenschreiber von 58 Unfallwagen durch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA ergab, dass in mindestens 35 Fällen gar nicht gebremst wurde, in anderen Fälle nur halbherzig oder erst in letzter Sekunde.[38]

    Eine im Januar 2011 veröffentlichte Untersuchung der NASA kommt zu dem Ergebnis, dass keine Fehler in der Elektronik, sondern vielmehr ein mechanisches Problem dergestalt vorgelegen habe, dass möglicherweise das Pedal geklemmt habe, teilweise mutmaßlich verursacht durch eine Fußmatte. Oft seien aber Brems- und Gaspedal verwechselt worden.[39][40][41]

    Am 8. Februar 2011 veröffentlichte die NASA den Untersuchungsbericht der von der NHTSA in Auftrag gegebenen Untersuchung der „ungewollten Beschleunigungen“. Der Bericht hält fest, dass nur einer der Unfälle in den USA auf ein klemmendes Gaspedal zurückzuführen ist. In keinem Fall konnte ein Fehler in der Elektronik festgestellt werden. Die ungewollten Beschleunigungen seien durch Fehlbedienungen der Fahrzeuge hervorgerufen worden. In den meisten Fällen wurde das Gaspedal stark durchgetreten, vermutlich nach Verwechselungen der Gas- mit den Bremspedalen. Es wurden insgesamt 75 Beschwerden über ungewollte Beschleunigung zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 31. Dezember 2010 untersucht. Hierbei fiel auf, dass 85 % der Vorfälle erst nach dem Start der Rückrufaktion seitens Toyota aufgetreten sein sollen.[42][43]

    Im Oktober 2013 untersuchte ein Gericht in Los Angeles einen der Unfälle aus der Serie im Jahr 2009. Auch in diesem Fall wurden keine Beweise für ein technisches Versagen des Fahrzeuges bei einer tödlichen Kollision gefunden. Damit entlastete das amerikanische Gericht Toyota weiter.[44] Im selben Monat befand ein US-Gericht in Oklahoma Toyota zu einem anderen Fall für schuldig.[45] Michael Barr, Software-Experte für eingebettete Systeme, legte dabei unter Eid eine Studie vor, die zeigte, dass die Fahrzeugsoftware Fehler enthielt, die zur ungewollten Beschleunigung führen können. Er zeigte auch auf, dass der Untersuchungsbericht der NASA unter hohem Zeitdruck geschah und einige wichtige Fakten der NASA nicht bekannt gewesen waren.[46] Toyota musste 3 Millionen US-Dollar Schadenersatz zahlen und legte den Rechtsstreit bei, indem das Unternehmen eine außergerichtliche Einigung mit den Klägern erzielte.

    Konsequenzen aus der Pannenserie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Als Konsequenz aus der Pannenserie wurde das Qualitätsmanagement bei Toyota umstrukturiert. Es wurden regionale Kompetenzzentren gegründet, die über kürzere Dienstwege schneller auf eventuelle Probleme bei den Fahrzeugen sowie auf Kundenfeedback reagieren können. Weiterhin werden konsequent Rückrufe zur Qualitätssicherung genutzt. Durch einen Rückruf durch eine offizielle Stelle (in Deutschland durch das Kraftfahrt-Bundesamt) wird sichergestellt, dass auch Kunden außerhalb der Herstellergarantie von Qualitätsverbesserungen profitieren können. Dies führte in den letzten Jahren zu einer Häufung der Rückrufaktionen seitens Toyota. Die Benachrichtigung der Kunden bei diesen Qualitätssicherungsmaßnahmen durch das Kraftfahrt-Bundesamt ist dabei informativ, d. h. der Kunde hat keine Konsequenzen zu befürchten, falls er dem Rückruf nicht nachkommt.[47][48]

    Ein Beispiel für diese Maßnahmen ist der Rückruf auf Grund schwergängiger Fensterheber: Im Oktober 2012 rief Toyota 7,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten. Der Schalter für den elektrischen Fensterheber wurde beim Zulieferer nicht ausreichend geschmiert. Dadurch konnte der Fensterheber mit der Zeit schwergängig werden. Dies betraf Fahrzeuge aus aller Welt. In den USA versuchten einige Kunden das Problem mit elektrisch leitfähigem Schmiermittel (Grafit) selbst zu lösen. Dies führte zu einer thermischen Verformung des Schalters. Nach US-Recht musste deswegen vor einer Feuergefahr gewarnt werden. Dies übernahm ein Großteil der deutschen Presse.[49][50]

    In Zusammenhang mit den Gaspedal-Problemen stimmte Toyota im März 2014 einer Strafzahlung von 1,2 Milliarden US-Dollar zu.[51]

    Vertrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Vertrieb von Fahrzeugen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     

    Toyota Deutschland GmbH in öKln-Marsdorf

     

    Weiteres Toyota-Gebäude in Marsdorf

    Der erste offiziell nach Deutschland importierte Toyota war ein éCorolla 1211 Coup, der am 18. Februar 1971 verkauft wurde. Erster Importeur in Deutschland war ein knapp zehnköpfiges Team in einem angemieteten 70 Quadratmeter großen Autohaus in öKln. Bis 1968 hatten sie für die Firma Woodhouse britische Marken wie MG und Morris importiert.

    Am 9. Oktober 1970 wurde die Firma „Deutsche Toyota-Vertrieb Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ gegründet. Vereinzelt wurden allerdings bereits vor 1970 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen, diese stammten aus Belgien (seit 1963). Im ersten offiziellen Verkaufsjahr (1971) wurden in Deutschland 883 Fahrzeuge der Modelle Corolla und Carina für den Straßenverkehr zugelassen.

    Toyota bereitete die Fahrzeuge wegen der deutlich höheren Geschwindigkeiten auf deutschen Straßen sorgfältig vor. Es dauerte bis zum März 1971, bis die ersten Fahrzeuge nach Deutschland geliefert wurden. Hauptverkaufsargumente waren die simple Bauweise mit Starrachse und Blattfedern hinten sowie die für die damalige Zeit sehr umfangreiche Serienausstattung. Wenige Monate nach Vertriebsbeginn wurde der Firmensitz zur Vergrößerung nach öFrechen-Knigsdorf verlegt. Ende 1972 waren dort bereits 83 Mitarbeiter für 332 Händler tätig.

    Am 26. Juni 1974 ging die Herstatt-Bank, die Hausbank des Kölner Firmengründers, in Konkurs. Im November 1974 übernahm die „Toyota Motor Sales Ltd“ die Geschäftsanteile der Kölner Firma mit 133 Mitarbeitern und 500 Händlern. An ihrer Spitze stand nun Mitsuo Yamada. 1976 folgte die Umbenennung in „Toyota Deutschland GmbH“.

    Die Toyota Deutschland GmbH beschäftigt rund 350 Mitarbeiter in ihrer Vertriebszentrale in Köln. Außerdem ist Toyota in Köln mit den Gesellschaften TLSDE, Toyota Financial Services (TFS), der Toyota Informations-Systeme GmbH (TIS), der Toyota Kreditbank (TKG) sowie der Toyota Motorsport GmbH vertreten. Insgesamt beschäftigt Toyota in Köln ca. 1500 Mitarbeiter. Der Marktanteil der Automobilmarke Toyota betrug im Jahr 2005 3,93 %. Am 22. August 2002 wurde das zweimillionste Fahrzeug an einen Kunden übergeben.

    Händlernetzstruktur in Japan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    In Japan werden die Fahrzeuge der Marke Toyota über unterschiedliche Händlermarken (Vertriebskanäle) vertrieben. Ein Modell wird dabei einer oder zwei dieser Händlermarken zugeordnet. Auf der japanischen Homepage von Toyota kann man bei jedem Modell sofort sehen, bei welcher Händlerart das jeweilige Modell zu finden ist.

    Es gibt zur Zeit folgende vier Händlermarken bzw. Vertriebskanäle:[52][53]

     

     

    für gehobene Modelle (Luxury vehicle channel)

     

    für mittlere Modelle (Leading channel for the medium size car market)

     

    für Kompaktwagen (Largest volume-sales channel, centering on compact vehicles)

     

    für neue Märkte (the creative) (ab 2004 inkl. der ehemaligen Händlermarke VISTA)

    Modelle der Marke Lexus werden von Toyota getrennt vertrieben.

     

     

                                          Quelle: Wikipedia

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